"Es war immer ein Erlebnis“
Manche Menschen hinterlassen Spuren, andere prägen ganze Jahrzehnte. Und dann gibt es Frau Fody-Faber, die sagenhafte 52 Jahre lang das Herz und die Seele der St. Augustinusschule war. Nun wurde sie in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet – auch wenn das Wort „Ruhestand“ wohl kaum zutreffen wird. „Unruhestand“ trifft es wohl deutlich besser!
Vom Klassenzimmer in die Verwaltung: Eine beeindruckende Reise
Als Frau Fody-Faber vor über fünf Jahrzehnten an der St. Augustinusschule anfing, sah die Welt noch ganz anders aus. Damals unterrichtete sie unter anderem die Ausbildungsklasse der Schlosser und deckte schlichtweg alle Unterrichtsfächer ab, die gerade gefragt waren. Rund 70 Berufsschüler besuchten damals das SBBZ – eine Zeit voller Leben, Dynamik und pädagogischer Herausforderungen.
Als Mathelehrerin hatte sie schon immer eine besondere Beziehung zu Zahlen, Struktur und Ordnung. Der berüchtigte „Papierkram“, vor dem viele zurückschrecken, war genau ihr Metier. So folgte irgendwann ein fließender und essenzieller Wandel: Aus der Lehrerin im Klassenzimmer wurde die stellvertretende Schulleiterin und die unentbehrliche Schulsekretärin. Der damalige Schuldirektor brauchte dringend tatkräftige Unterstützung – und sie packte an, strukturierte, organisierte und hielt der Schulleitung den Rücken frei.
Frau Fody-Faber lebte über ein halbes Jahrhundert lang für zwei Dinge: für das St. Augustinusheim und für die Schule. Dabei hatte sie nie einfach nur Dienst nach Vorschrift gemacht. Sie übernahm stets Verantwortung – mit Persönlichkeit, Menschlichkeit, Verständnis und vor allem mit einer bemerkenswerten Ruhe.
Sie steht für eine Haltung, die heutzutage zunehmend vermisst wird: Frau Fody-Faber steht zu ihrem Wort. Sie zeichnete sich durch Zuverlässigkeit, Authentizität, Fleiß, Ehrlichkeit und Optimismus aus. Zudem benötigte sie keine große Inszenierung, um Wirkung zu entfalten. Bei ihr wusste man immer, woran man war – und vor allem, dass man sich jederzeit auf sie verlassen konnte.
Wer glaubt, dass Frau Fody-Faber ab jetzt die Füße hochlegt, kennt sie schlecht. Der volle Terminkalender wird lediglich durch neue, eigene Projekte ersetzt: Das Haus ruft: Endlich ist Zeit, das eigene Heim in aller Ruhe von oben bis unten durchzuputzen, auszumisten und aufzuräumen. Die Welt wartet: Statt Pausengong und Fristen stehen nun Reisepläne auf dem Programm. Die Koffer werden gepackt – jetzt wird die Welt erkundet!
52 Jahre an der St. Augustinusschule – das hat Wirkung!
Liebe Ruth Fody-Faber wir danken Ihnen von Herzen für Ihren unermüdlichen Einsatz, ihre Nerven aus Stahl, ihre Liebe zu den Zahlen und ihr offenes Ohr über all die Jahrzehnte. Sie werden eine riesige Lücke hinterlassen. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir beste Gesundheit, fantastische Reisen und einen wunderbaren „Unruhestand“!